Archive for May, 2007
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Er war überall in den Zeitungen, zumindest hierzulande (aber auch Google News bringt ein paar Treffer): der 400-Pfund Gorilla (ja, so ist er noch gefährlicher als mit seinen kontinentalen 180 kg), der vergangenen Freitag mitten im Hemelvaart-Wooling über den 4 Meter breiten Wassergraben sprang, der seine Insel vom Publikum trennt, eine Frau angriff und das Mobiliar des Zoorestaurants “Oewanja Lodge”.
Heute wird bekannt, dass Bokito im Zoo von Berlin grossgezogen wurde, mit Flasche und Liebe, Lätzchen um und Pizzaessen mit den Pflegern — die totale Publikumsattraktion (”jööö, es Äffli”). An seinem letzten Tag in Berlin sass er still in einer Ecke, die eine Hand auf die Brust gelegt, den Kopf in die andere gestützt — “Ein Affentheater mit Tränen”, so die Beliner Zeitung.
Das ist Geschichte, vielleicht muss der Rotterdamer Zoo-Direktor hinter Gitter, oder aber die ach so lieben steinewerfenden Kinderleing, die den Affen provozierten … doch was uns bewegt ist die Frage nach der Zukunft. Eben hatten wir doch noch jööö — Knut. Das Setting stimmt: Zoo Berlin, aufgezogen mit der Flasche, die totale Publikumsattraktion. So werden sie also gezüchtet, die neuen Animals’ Rights Terroristen. Bei Bokito dauerte es 11 Jahre von der Flasche zur Attacke. Wo immer Knut auch sein wird 2028 — seid auf der Hut. Oder werden Eisbären gar schneller gross?
Berichten wollte ich vom gestrigen Konzert von Hassle Hound (Glasgow & Brooklyn). Sie kombinieren Recordings aus allen möglichen und unmöglichen Quellen mit Guitarren, Violine und Stimme zu etwas, was echte Musikkritiker offenbar als "wonky off-kilter avant-pop with bite" bezeichnen. Hmmm...
Download der Datei auf die eigene Festplatte: hier
Das Konzert fand in einem der echten Geheimtips-Orte in Rotterdam statt: Am ehemaligen Hinterhafen (dem Achterhaven) steht ein ehemaliges, denkmalgeschütztes Packhaus. Installiert hat sich dort WORM, ein Ort mit netten Menschen und einem Flair für exotische Musik cum Film (Elektronik, Avant-Pop, Improv). Und "installiert" ist sozusagen wörtliche zu nehmen. Weil sie das Mauerwerk nicht antasten durften, wurden sämtliche Einbauten in Gerüstform ins Gebäude hineingebaut. Wohl etwa 85 % der ganzen Einrichtung bestehen aus rezyklierten Materialien -- ausser dem offensichtlichen Bauholz und den Stahlprofilen dienen ausgediente Autositze als Kinosessel, ausgediente PE-Chemikalientanks (3000 Liter) als WC-Kabinen. Unter http://www.wormstation.nl/ sind Worm-Sounds zu finden. Zur Zeit ist im Worm Global WORMing angesagt. Und dann beherbergt Worm seit kurzem das ehemalige psychoakustische Labor von Philips. Doch dazu ein ander Mal.



