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Webster's Online Dictionary

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“Denken für Anfänger” hat mal jemand gesagt, auf enthousiaste Vorschläge, doch ein MindMap zu zeichnen. Seither bezeichne auch ich MindMap(TM) als “Denken für Anfänger”. Mindestens seit es MindMap-Malprogramme für den Compi gibt, grassiert das MindMap Fieber allenthalben. Pseudo-sequentielle hierarchische Strukturierung, könnte man es nennen.

Im Novemberheft von ETH Globe wird Denken für Anfänger auf eine nächste Stufe gehoben, und ich zweifle, ob es eine Stufe wissenschaftlicher oder kommunikativer Inkompetenz ist. Diese Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus einem Diagramm, das einfache Wirkungszusammenhänge darstellt — “Was tut ein Gewitter?”

Wirkungszusammenhänge eines Gewitters (Ausschnitt)
Lesebeispiel führt er zu einer Überlast in der Kanalisation (overload canalisation), was zu Wasser im Keller führt (flooding, inundated cellars).

Die Legende zum Bild lautet: “Die Katastrophenkaskade eines Gewittersturms als Mindmap. Das ist es wieder, das Unwort. Und verwendet wird es diesmal für ein Bild, das eigentlich einigermassen intelligent gedacht gewesen wäre. Als ich noch studierte, sagte man bei so einem Diagramm noch: “vernetztes Denken”. Werde ich alt oder die ETH-Kommunikation schludrig? Biologisch trifft wohl Ersteres zu, intellektuell wohl eher Zweiteres …

Das behauptet zumindest dieses filmpje auf YouTube, das vom niederländischen Instituut voor Briljante Mislukkingen aufgegriffen wird.

Till Bay, Doktorand an der ETH, hat eine neue Online-Plattform für die Verwaltung von Software-Projekten geschaffen. Origo heisst sie (für lateinisch “Ursprung, Herkunft”?). Wie SourceForge und Google Code bietet sie eine Heimat für OpenSource Projekte: “Origo is an opensource software development platform”. Sie fordert auf: “host your open- and your closed-source projects”.

Moment mal, Frau Krause, denk ich erst: “closed-source projects”? Ist das nun der ultimative Backlash gegen OpenSource und Wikinomics, gegen Public Domain und die Free Software Bewegung? Ist der Corporate Spirit moderner Hochschulen (“akademisch wertvoll ist nur, was im Versteckten entwickelt und durch Patente vor der allgemeinen Verwertung geschützt ist”) bereits so mächtig, ist die Intellectual Property Protectiveness von Management und Transferstellen derart ansteckend, dass nicht mal mehr Doktoranden davor gefeit sind? Ist die ETH vollends auf die IP-Abzockeschiene geraten?

Das sei erst mal dahingestellt. Denn zu viele Fragen sind selbst und gerade für closed source Entwickler noch offen: Die Zukunft von origo ist noch im Dunkeln. Till will seine Diss im November dieses Jahres abschliessen; wer danach den Betrieb von Origo übernimmt, steht in den Sternen. Die “Terms of Use” stecken, im Vergleich mit anderen servicebasierten Plattformen, noch in den Kinderschuhen. Insbesondere schweigen sie sich über die Vorkehrungen zur “closedness” aus, und der “Operator” lehnt alle damit verbundenen Verantwortungen kategorisch ab.

Schliesslich gehört alle Software eh bereits der ETH, die jemand in ETH-Anstellung entwickelt — also die primäre Zielgruppe von Origo. Vielleicht sollte die ETH also die Verwendung von Origo für alle Angestellten obligatorisch machen, um sich so einfacher die Kontrolle über das im Entstehen begriffene “geistige” Eigentum zu verschaffen? Dann wäre auch die Frage nach dem Backlash deutlich geklärt…