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Webster's Online Dictionary

with Multilingual Thesaurus Translation

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'Academia'




Das behauptet zumindest dieses filmpje auf YouTube, das vom niederländischen Instituut voor Briljante Mislukkingen aufgegriffen wird.

Till Bay, Doktorand an der ETH, hat eine neue Online-Plattform für die Verwaltung von Software-Projekten geschaffen. Origo heisst sie (für lateinisch “Ursprung, Herkunft”?). Wie SourceForge und Google Code bietet sie eine Heimat für OpenSource Projekte: “Origo is an opensource software development platform”. Sie fordert auf: “host your open- and your closed-source projects”.

Moment mal, Frau Krause, denk ich erst: “closed-source projects”? Ist das nun der ultimative Backlash gegen OpenSource und Wikinomics, gegen Public Domain und die Free Software Bewegung? Ist der Corporate Spirit moderner Hochschulen (”akademisch wertvoll ist nur, was im Versteckten entwickelt und durch Patente vor der allgemeinen Verwertung geschützt ist”) bereits so mächtig, ist die Intellectual Property Protectiveness von Management und Transferstellen derart ansteckend, dass nicht mal mehr Doktoranden davor gefeit sind? Ist die ETH vollends auf die IP-Abzockeschiene geraten?

Das sei erst mal dahingestellt. Denn zu viele Fragen sind selbst und gerade für closed source Entwickler noch offen: Die Zukunft von origo ist noch im Dunkeln. Till will seine Diss im November dieses Jahres abschliessen; wer danach den Betrieb von Origo übernimmt, steht in den Sternen. Die “Terms of Use” stecken, im Vergleich mit anderen servicebasierten Plattformen, noch in den Kinderschuhen. Insbesondere schweigen sie sich über die Vorkehrungen zur “closedness” aus, und der “Operator” lehnt alle damit verbundenen Verantwortungen kategorisch ab.

Schliesslich gehört alle Software eh bereits der ETH, die jemand in ETH-Anstellung entwickelt — also die primäre Zielgruppe von Origo. Vielleicht sollte die ETH also die Verwendung von Origo für alle Angestellten obligatorisch machen, um sich so einfacher die Kontrolle über das im Entstehen begriffene “geistige” Eigentum zu verschaffen? Dann wäre auch die Frage nach dem Backlash deutlich geklärt…

Es ist sinnvoll, dass die hehre Akademia sich bemüht, ihre Erkenntnisse nicht nur für sich zu behalten, sondern auch unters Volk zu bringen. Es ist nützlich, wenn es dazu universitäre Pressestellen gibt, die sich der Verbreitung dieser Erkenntnisse verschrieben haben. Es ist dann oft auch lustig, zu lesen, was dieser oder jene Student oder diese und jene Professorin Neues entdeckt haben.

Manchmal aber übersteigt die Sinnlosigkeit einer Meldung deren Nachrichtengehalt, so als uns heute die Mitteilung der Bauhaus-Uni Weimar erreicht: “Brauchen Hühner Massagen? — Internationale Tagung ‘Mensch & Computer. beschäftigt sich mit der Gebrauchstauglichkeit von Computern im Alltag”. In seinem Eröffnungsvortrag werde Professor Dr. Adrian David Cheok, Direktor des Mixed Reality Labs der National University of Singapore, am 3. September ab 9.30 Uhr ein Kleidungsstück für Hühner präsentieren, in das Vibrationselemente eingebaut sind, damit man die Hühner vom PC aus streicheln könne. Oder so ähnlich jedenfalls; denn: Hühner nehmen in Asien Haustierstatus ein. Offenbar ganz im Unterschied zu Europa, meint jedenfalls Pressesprecherin Claudia Weinreich.

Immerhin ist hinzuzufügen, dass das Programm “Metazoa ludens” zwar einen schauerlichen Namen hat — der Lateiner ist ganz offensichtlich mit dem Griechen im Clinch — aber von unseren fernöstlichen Mitwissenschaftlern durchaus ernsthaft betrieben wird. Unter http://metazoaludens.wikidot.com/ ist zum Beispiel das Laborjournal “Spielen mit Hamstern” einzusehen. Am 18. Mai ist zum Beispiel zu lesen, dass Hamster J langsam rennt und Zeichen von Zertreuung zeige, sie müsse nun ein spezielles Training absolvieren, das sie an ihre Mitspielerrolle erinnere …

Uns erinnert das an die übelsten Zeiten Pawlowscher Hundekonditionierung — mit dem Unterschied, dass Pawlow mit dem Hund den Menschen zu erklären suchte, während Derek, Elvin, Janaka, Janyn, Joyce, Karthik, Max, Muratti, Roger und Roshan eigentlich nur spielen wollen…